Der faszinierende Weg zum Wunschmodell

Den langen Werdegang der modellbahnerischen Tätigkeiten möchte ich Ihnen auf diesen Seiten ersparen. Wie Sie sehen können, würde es eine lange Geschichte werden. Beginnen wir lieber da, wo es in unserem Maßstab interessanter wird. Dies war irgendwann auf einer Messe in Sinsheim. Da stand ich mit staunenden Augen vor einer Ausstellungsanlage der IG-Spur-II und war begeistert von den imposanten Modellen. O.k...., wir sparen noch ein wenig.
Ein Jahr darauf, beim Echtdampftreffen in Sinsheim begann die Wiederaufnahme des Hobbys durch den Kauf einer Echtdampflokomotive, wurde aber bald darauf durch Ausbildungsmaßnahmen und dem Weg in die Selbständigkeit unterbrochen und dauerte ein paar Jahre, bis ich den Drang verspürte, ein paar Gleise und Weichen zu erstehen, um der Maschine Auslauf zu gewähren und sie als Schaustück in einem Betriebswerk mit Heizhaus als Diorama kalt abzustellen. Es begann eine umfangreiche Recherche mittels Printmedien, weiteren Messebesuchen und dem Internet.

Auf der Suche nach entsprechenden Weichen landete ich bei der Fa. Thiel und sah und hörte dort die Lok, die mich seit des ersten Besuches bei der HSB (???) im Jahr 1991 in ihrem Bann hielt.

Nun könnte ich eine Story erzählen, die ich aber lieber am Stammtisch den Freunden erläutere. Jedenfalls lernte ich in dieser und der darauffolgenden Zeit viele nette und hilfsbereite Modellbahner kennen, die ihr Hobby "Gartenbahn" als Modellbahn betrieben und sich entsprechenden Themen und Vorbildern widmeten.
Was lag da für mich näher, als die Harzer Schmalspurbahnen (von den wunderbaren Sächsischen Schmalspurbahnen hatte ich bis dito noch nichts real gesehen) als mein Thema zu wählen.
Beim Studium der entsprechenden Lektüren und dem Sichten des Fotomaterials meiner ersten Besuche, merkte ich sehr schnell, das da noch gewaltiger Nachholbedarf an Recherchen bestand. Vor allem die Bahnstrecken und Hochbauten im Selketal faszinierten mich fortan.
Mit herkömmlichen Mitteln, wie Kamera, Block, Bleistift und Metermaß war mein Vorhaben aber nicht leicht zu realisieren. Mittels Laserentfernungsmesser schon eher. Derart ausgerüstet, und durch meine liebgewonnene "Sekretärin" unterstützt, wurde endlich wieder eine "Studienreise" zu den Schmalspurbahnen des Harzes unternommen. Voller Ideen, einem unbändigen Tatendrang und dem Wunsch eines schnellen Wiederkommens traten wir dann die Rückreise an.
Bei der Begutachtung der Ausbeute stellte ich fest, und das dürfte wohl jeder schon einmal erfahren haben, dass doch zu wenig Maß genommen und Bilder wichtiger Details fehlen. Ein passender Grund für einen weiteren Wochendausflug; und derer sollten noch etliche folgen.
Als weitere Grundlagen für die Planung waren zum Teil vorhandene Zeichnungen und historische Aufnahmen, die Sie auf diesen Seiten wegen einer Verletzung des Urheberechtes jedoch vergeblich suchen werden.

Aller Anfang ist schwer

Nichts desto trotz entstanden schon bald die ersten skizzenhaften Entwürfe und die Erstellung eines "Pflichtenheftes". Harzgerode war als mein absoluter Favorit auserkoren und sollte demnach auch gebaut werden. Vielleicht werden Sie sich jetzt fragen, was aus meinem ursprünglichen "Traum" eines Lokschuppens wurde? Versuche fanden statt und das Monstrum landete, da es keinem realen Vorbild ähnelte, bei meinem späteren Umzug auf der Schutthalde und wurde als Projekt vertagt.
Eine weitere Maßnahme war dann die Suche nach geeigneten Materialien. Da die Modelle wetterfest sein sollten, schieden Gips und Holz vorweg aus. Versuche mit Fliesenkleber und ähnlichen Baustoffen führten nicht zu den gewünschten Resultaten. Über in Foren (Spannwerk, Gartenbahn und Buntbahn) und Gesprächen beschaffte Informationen entschloss ich mich zum Einsatz von Kunststoffen. Bei einem bekannten und erfahrenen Modellbauer lernte ich dann die Vorzüge der entsprechenden Harze für den jeweiligen Verwendungszeck und deren Verarbeitung kennen. Ein Wehrmutstropfen blieb jedoch der sündhaft teure Preis der einzusetzenden Silikone. Folglich sollten meine Modelle so konstruiert werden, dass mit den Einzelteilen verschiedene Gebäude gebaut bzw. ausgestattet werden können. Später durfte ich dann erfahren, dass daraus nicht gerade die "eierlegende Wollmilchsau" geworden ist.


Das Pflichtenheft bzw. die Konstruktionsmerkmale

Nun könnte ich auf meinen Vater schimpfen, denn als Sohn eines Architekten bekommt man den Grundstein zur Präzision und Detailverliebtheit schon in die Wiege gelegt. Die Schwierigkeit besteht aber gerade darin, diese vielen Details so nachzubilden, dass sie mit der geforderten Wetterbeständigkeit und Stabilität vereinbar sind.
Wie definiere ich jedoch Wetterbeständig ? Das Modell muss hohen ebenso wie niedrigen Temperaturen standhalten. Zerstörerisches UV-Licht muss dringendst blockiert werden. Eindringende Nässe , selbst in kleinste Ritze, muss bei Frostgefahr vermieden oder abgeleitet werden. Starke Stürme, Haustiere und herumfliegende Bälle sollten wenig Schaden verursachen. Eine Schutzmaßnahme gegen Asteroideneinschläge und umstürzende Bäume habe ich jedoch noch nicht gefunden. Ein aus ca. 8 Meter herabstürzendes "Eislawinchen" zerstörte jedoch schon einmal eine Dachseite, wofür man zur Vermeidung einer solchen Katastrophe den entsprechenden Standort berücksichtigen sollte. Tests bei Schneemassen wie letzten Jahres in Bayern und Thüringen mussten leider unterbleiben, da wir scheinbar auf der Sonnenseite Deutschlands leben. Ein weiterer Punkt sieht den Aufbau der Gebäude auf einer durchgehenden, entsprechend starken Bodenplatte vor. Somit werden Bodenunebenheiten und Verwerfungen des Grundes ausgeglichen und können sich nicht auf das Modell übertragen. Und wenn schon ein Boden vorhanden ist, warum nicht auch die entsprechenden Geschossdecken. Das hätte in Verbindung mit den maßstäblich korrekten Wandstärken den Vorteil der weiteren Stabilität innerhalb der einzelnen Geschosse, ließe einen entsprechenden "Innenausbau" und die räumlich getrennte Ausleuchtung für Nachtszenen zu.
Ebenso sollten die Geschosse und das Dach auch voneinander getrennt werden können. Dies erleichtert nicht nur den Transport, die Aufbewahrung und die individuelle Innengestaltung, sondern ermöglicht auch evtl. auftretende Instandsetzungsarbeiten, falls der Preiser-Junge von "nebenan" den Stein ins Fensterglas werfen sollte.
Last but not least: Ich brauche mich beim Zusammenbau und der anschließenden Spezialgrundierung und Lackierung nicht mit bis zu 17 Kg unförmiger Masse herumplagen.


Vom Vorbild zum Modell

Nachdem dies geklärt war, begann die Umsetzung der Bilder in verwendbare Bauzeichnungen. Während dem Gefuchtel mit Reißbrett, Lineal und weiteren geometrischen Hilfsmitteln, kam mir doch die Idee, meine Berufssoftware derart zu "missbrauchen", dass ich letztendlich Konstruktionszeichnungen im Maßstab 1:22,5 zur Verfügung hätte.
Gedacht, getan und nach ein paar hundert Mausklicken lag es da: "Das Obergeschoss von Harzgerode".
Schnell den Plot auf ein Brett genagelt, im Baumarkt Holzleisten organisiert um an der Bandsäge entsprechende Nuten und Zapfen auszusägen. Haste gedacht. Auf Dauer macht dies jedenfalls keine Freude und so beschloss ich die Anschaffung einer Modell-Kreissäge, was wiederum Ärger bereitete. Ohne Staubabsaugung und Gehörschutz war entspannendes Basteln nicht möglich. Trotzdem waren nach mehreren Stunden noch alle Finger dran und das Fachwerkgerüst lag vor mir. Die Freude wurde jedoch gleich wieder getrübt, da das "Ausmauern" ebenso mühsam wie ungenau erschien. Fazit: Ab in die Ecke, wo es heute noch steht.
Zur Aufmunterung setzte ich mich dann wieder an den Computer und "malte" Zeichnungen von Alexisbad. Als ausgesprochener Fan von schönen Fachwerkkombinationen, eben die Ausführung wie sie zur vorletzten Jahrhundertwende das Gebäude zierte.
Tage später, aber immer noch mit zehn Fingern an den Händen, lagen die Wände vom Bahnhof Alexisbad vor mir. Zwischenzeitlich wurde auch verwertbares Material zur Gestaltung des Untergeschosses besorgt, sodass dem weiteren Projekt die Puste nicht ausging. Irgendwann kam dann der Tag X dem später noch der Tag der Wahrheit folgen sollte.
Alle tragenden Teile des Empfangsgebäudes von Alexisbad lagen bereit, sich in der Silikonmasse zu verstecken. Lediglich ich haderte noch mit mir. Passt auch wirklich alles und funktioniert es auch so, wie ich es beim "Meister" gesehen habe? Ist die "Pampe" angerührt gibt es kein zurück. Schnell nochmals überprüft, ob alle Gerätschaften einsatzbereit sind, die Batterien der Digitalwaage gewechselt (Ersatzbatterien vorsorglich noch an der Tankstelle gekauft) und ... los gelegt.
Völlig ausgepowert ging ich nach erledigter Arbeit mit der Gewissheit zu Bett, dass die Wahrheit übermorgen das Licht der Welt erblickt. Ein Tag und zwei Nächte später durfte ich mich stundenlang damit beschäftigen, Urmodelle und deren abgerissene Fragmente aus den Silikonformen zu entfernen, diese mit der Schere und dem Skalpell zu bearbeiten, um endlich die Kunstharzmasse in selbige einzufüllen. Wiederum wurde die gleiche Prozedur der Bereitstellung der Gerätschaften durchgeführt. Da ich vielleicht in ein paar Stunden das Objekt der Begierde vor mir sehen könnte, verging die Zeit wie im Fluge.
Aber es dauerte doch viel länger, bis ich dies hier zum ersten mal bestaunen durfte.


Nichts ist so schlecht, dass es nicht doch etwas Gutes hat

Wie schon vorab erwähnt, das Modell Alexisbad und Mägdesprung, welches fast zeitgleich entstand, wurden letztendlich nicht die "eierlegenden Wollmilchsäue", fungierten aber bestens als Studie für weitere Objekte.
Der Hauptnachteil beider Gebäude besteht aus der Vielzahl einzelner Teile, die benötigt werden, um Ober- und Dachgeschoss zu erstellen. Da es beim Zusammenbau auf Millimeter und die genauen Fluchten ankommt, ist es nur mit erheblichem Aufwand möglich, respektable und erschwingliche Modelle zu erstellen. Somit existieren derzeit jeweils nur zwei Exemplare von Alexisbad und Mägdesprung.
Aus diesem Grund wurde dann Strassberg und Güntersberge geplant und verwirklicht. Weitere Erfahrungen und Gedanken (z.B. ein "Duplex-Gießverfahren" zur feinsten Strukturierung mit höchstmöglicher Stabilität und Formtreue) flossen ebenfalls in diese Projekte ein und wurden noch während den "Baumaßnahmen" sofort umgesetzt. Somit eignen sich diese beiden Gebäude auch als Bausätze. Da ich aber auch Alexisbad anderen Modellbahnern und Liebhabern der Schmalspurbahnen des Harzes zugänglich machen wollte, entstand eine völlig neue Konstruktion des Ober- und Dachgeschosses, diesmal mit der uns allen bekannten Bretterschalung und des rückwärtig sichtbaren Fachwerkes.
Am Güterschuppen und der rechtsseitig vom EG angrenzenden ehemaligen Wartehalle mit Mitropa-Gaststätte habe ich die Konstruktion dahingehend geändert, dass das Gebäude vom Sockel trennbar ausgeführt werden kann. Dies ist vorteilig für die Ausgestaltung und einen evtl. Transport.


Weitere Streckenabschnitte

Mägdesprung hat einen ganz besonderen Charme. Dies kann mit Sicherheit jeder bejahen, der im Schatten der Bäume schon einmal seinen Kaffee oder eine Hopfenkaltschale trank und während der Wartezeit auf den nächsten Planzug das Gebäude in Augenschein nahm.
Alleine die Lage im Gleisbogen macht es auch für den Modellbahner nicht uninteressanter, sondern gibt ihm auch die Möglichkeit, eine Gartenecke sinnvoll zu nutzen.
Leider lohnt sich der Aufwand zur Überarbeitung der oberen Geschosse erst ab einer bestimmten Stückzahl. Mein Bedarf wäre schon gedeckt, auch wenn ich durch die gemachten Erfahrungen heute vorbildlichere Lackierungen und Patinierungen erzielen kann.


Sollte trotzdem Interesse bestehen, so lassen Sie es mich bitte wissen.

Das Modell des Empfangsgebäudes von Hasselfelde ist fertig. Es fehlen noch die Anbauten wie Güterboden, Gaststätte und der Vorbau am Gleis. Hierzu sind die Urmodelle schon erstellt und werden demnächst abgeformt.
Eine Besonderheit bei der Umsetzung ins Modell ist die Möglichkeit, die rückwärtige Seite des Gebäudes auch als "kleine" Einkaufsmeile zu nutzen. Tante Emma hätte mit Sicherheit ihre Freude daran gehabt.


Das Empfangsgebäude von Stiege ist seit Herbst 2006 im Umbau begriffen. Dies war für mich der Anlass, nochmals genau Maß zu nehmen. Da die Bauarbeiten jedoch schon weit fortgeschritten waren, konnte ich nur das frei gelegte Fachwerk hinter den Gerüsten erkennen. Eigentlich war das Gebäude schon so hässlich, das es wieder interessant erschien. Insbesondere bei Sonnenschein war die geniale Farbgebung für mich ein Augenschmaus. Auch die Gleisanlagen mit der Wendeschleife und den drei Ausfahrten ermöglichen dem Modellbahner einen faszinierenden Bahnbetrieb. Dies sehe ich als Herausforderung und habe daher schon mit dem Bau der entsprechenden Modelle begonnen.

Harzgerode, mein ehemaliger Favorit aus der Vielzahl der Hochbauten des Selketals wartet immer noch auf die Verwirklichung. Heute bin ich froh darüber, dass es nicht das Erstlingswerk wurde. Man sieht es dem Original nicht auf Anhieb an, wie schwer es sich ins Modell umsetzen lässt, wenn man sein Pflichtenheft mit aller Konsequenz durchziehen möchte.
Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich mit dem Bau schon angefangen habe und ihn vollenden werde, sobald ein typischer Abort wie er ehemals in Eisfelder Talmühle und Sorge stand und der Schuppen in Gernrode (auch als Feldbahnschuppen hervorragend geeignet) fertig gestellt sind.

Die ehemalige Bahnwärterbude Alexisbad (umgesetzt ins Gernroder Museum des Freundeskeis Selketalbahn) gab es schon einmal als Auflage. Mittlerweile sind die Formen verschlissen, aber auch hier gilt, dass bei entsprechend großer Nachfrage eine Neuauflage in Betracht gezogen werden kann.



Lokschuppen I
Da sind wir wieder beim Ausgangsthema. Pläne, Zeichnungen und Bilder einer außergewöhnlichen Remise liegen mir vor. Da sie aber von einer Regelspurstrecke stammt und ich sie auch für die Maße einer Schmalspurlokomotive verwenden möchte, sind noch einige Überlegungen notwendig.

Lokschuppen II
wird ein modulares System, das eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten bieten soll und in den eben auch Komponenten des Typ I einfließen können. Angedacht ist eine Unterkunft für 2 bis 6 Maschinen. Bei einer Gesamtlänge von ca. 1,3 Meter ist natürlich den Gesetzmäßigkeiten bei der Ausdehnung des Materials besonders Rechnung zu tragen. Daran tüftele ich unentwegt.
Fehlen nur noch entsprechende Gebäude, in denen die Preiserleins mit ihren Bekannten und Familien wohnen können ...
Abwarten ;-)
Vielleicht fertige ich auch einmal ein typisches Sächsisches Modell.
Anfragen sind erwünscht.

Schlussscheibe

Genug der Worte. In der Navigationsleiste werden Sie weitere Informationen zu den entsprechenden Modellen finden. Bausätze werden in der Regel mit einer Bilder-CD ausgeliefert. Entsprechende Maße, Vorgehensweise und Tipps zum Bau werden enthalten sein. Was Sie nicht erwarten sollten, sind Pläne und Explosionszeichnungen. Für die zu erstellen, habe ich einen erheblichen Zeitaufwand betrieben und sind mein geistiges Eigentum.

Abzweigender Strang

Ein Nebengleis in der Navigationsleiste führt Sie zu Fahrzeugen, Zubehör und Zurüstteilen für Modellbahnen im Maßstab 1:22,5. Die meisten Teile entstanden durch Zusammenarbeit einiger Modellbaufreunde und werden hiermit auch den Nietenzählern und Pufferküssern angeboten.
Das Gleis endet leider an einem Prellbock, doch im Zuge der Streckenerweiterung sollte es sich lohnen, ab und zu einmal einen Blick auf diese Seiten zu werfen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe

Mit Harzlichen Grüßen

Dirk Bost (HarzerRoller)